Die Alamannen  

Treffen der Sippen und Stämme

Nach dem Beschluss vom Thing in Mäder treffen wir uns zweimal im Jahr zum gemeinsamen Austausch und geselligen Beisammensein. In Mäder wurden auch zwei Termine festgesetzt, damit sich die Gruppen darauf einstellen können und die Termine besser planen können.

Die Frühjahrs Heerschau findet immer am Wochenende VOR dem 1. Mai statt.
Das Alamannen Thing immer an dem Wochenende, welches dem 21. September am Nächsten ist.

Welche Gruppe das nächste Treffen ausrichtet wird immer am Treffen davor entschieden.

Historischer Hintergrund

Griechische Geographen unterschieden bei den nördlichen Völkern drei große Gruppen: Kelten, Skythen und Keltoskythen. Letztere sind wohl von ihrem Siedlungsgebiet her mit frühen germanischen Bevölkerungen gleich zu setzen. Ihr Ursprungsgebiet ist zwischen Weser und Weichsel und nördlich von Main und Elbe zu vermuten. Von hier erfolgte eine allmähliche Expansion in keltische Gebiete (ins Rheingebiet und Ostfrankreich, über den Main und über das Erzgebirge). Ab dem 7. Jh. v. Chr. sind archäologische Kulturen fassbar, die als Harpstedter Gruppe, Jastorf-Kultur und Pommersche Gruppe bezeichnet werden und vermutlich protogermanische eisenzeitliche Kulturgruppen darstellen. Die germanische Sprache ist wohl ab etwa dem 5.Jh. v.Chr. vom Keltischen zu unterscheiden.

Historische Erwähnungen

80 v.Chr. nennt Poseidonios die rechtsrheinischen Tungrer Germanoi. Diesen Begriff übernimmt Caesar bei seinen Berichten über Ariovists Sueben in De bello Gallico. Weitere ethnografische und historische Erwähnungen sind bei Tacitus (Annalen, Germania), Plinius d.Ä. (verlorener Germanenbericht) und Cassius Dio zu finden. Ammianus Marcellinus schreibt im späten 4.Jh.n.Chr. über die Alamannen, der Historiker Agathias deutet im späten 6.Jh. den Namen nach Asinius Quadratus (3.Jh.) als “ zusammengespülte und vermengte Menschen”. Die heutige Deutung des germanischen Wortes ist ähnlich: “Männer/Menschen insgesamt”.

Historische Übersicht
0-160 ältere Römische Kaiserzeit
160-375 jüngere Römische Kaiserzeit
375-450 Völkerwanderungszeit
450-720 Merowingerzeit

Caesar besiegt 58 v. Chr. die Sueben unter Ariovist, die über den Rhein nach Gallien vorgedrungen waren
12 v.Chr. bis 9 n.Chr Germanienkampagne des Augustus, endet mit der katastrophalen Niederlage der Varusschlacht
bis 50 n.Chr.Fall der ostkeltischen Gebiete an die Markomannen unter Marbod
ab 83 n. Chr. Besetzung des Decumatslandes, Limeserrichtung
167-175 und 178-180 Markomannenkriege unter Marcus Aurelius im Donaugebiet sichern Reichsgrenze für Rom
ab 166 Föderatensystem: Germanische Stämme leisten Militärdienst für Rom, dafür erhalten sie Siedlungsland im Limesgebiet
ab 200 Stammeszusammenschlüsse (Franken, Alamannen, Burgunder, Sachsen), beginnende Abwanderung kleiner Gruppen nach Südwestdeutschland. Alamannen vermutlich aus suebischen Semnonen und Hermunduren sowie den Usipetern und Tenkterern des Rheingebiets entstanden, schließen später auch Iuthungen mit ein.
213 wahrscheinlich erste Erwähnung der Alamannen durch Spartian (Caracallas Germanenfeldzug).
im 3. Jh. wirtschaftliche und militärische Schwäche des Römischen Reichs, Kaiserstreitigkeiten - Germanisierung der Armee,
Alamannenvorstösse 260; Aufgabe des Decumatslands, Rückzug an “nassen Limes” und Aufgabe von Städten und Villen zwischen 300 und 400. Archäologisch ist die alamannische Präsenz vor 400 kaum zu fassen (beigabenlose Brandbestattungen), die wenigen Körpergräber zeigen elbgermanische Traditionen, aber stark romanisiert. Im Lauf des 4. Jh. weitere Zuwanderung aus dem Elbgebiet.
In der ersten Hälfte des 4.Jh. bestehen einige spätrömische Kastells wie auf dem Breisacher Münsterberg, wo alamannische Söldner stationiert waren. Die lokale Oberschicht wird durch Kontakte zu Römern reich.
350 dringen Franken und Alamannen über den Rhein vor, werden 357 in der Schlacht bei Straßburg aber zurückgeschlagen.
Entstehung der Alamannia (Gaue der Brisigavi, Bucinobantes, Lentienses und Raetovarii). Zuwanderung aus dem Elbgebiet und Böhmen; keltoromanische Bevölkerung als laeti (hörige Unterschicht) unterworfen. Durch reguli (Kleinkönige/Gaukönige) beherrscht.
375-568 Völkerwanderungzeit, ausgelöst durch das Vordringen der Hunnen mit germanischen Verbündeten nach Westen. Die Alamannia wird durch diese Vorgänge anscheinend kaum berührt, zeigt aber kulturelle Anleihen (Saxbewaffnung, schmückende Schädeldeformation)
451 Schlacht auf Katalaunischen Feldern in Gallien, Abzug der Hunnen aus Mitteleuropa in die Ungarische Tiefebene
Zwischen 420 und 450 fallen die meisten weströmischen Provinzen an germanische Stämme; zwischen 520 und 550 erfolgt noch einmal kurzfristig eine römische Erstarkung
476 wird der letzte weströmische Kaiser Romulus Augustulus durch den gotischen Heerführer Odoaker abgesetzt
468 erobert Chlodwig (466-511) das römische Separatreich des Syagrius in Nordostgallien und begründet damit die Frankenherrschaft unter der merowingischen Dynastie.
496 fällt die Alamannia nach der Niederlage bei Zülpich unter fränkische Oberherrschaft
ab ca 750 setzt sich das Christentum durch, das germanische Gebrauchsrecht wird durch kodifizierte Gesetze abgelöst.

Dr. Martin Menninger, Ask Alamannen